Glaukom (Grüner Star)

Glaukom

Der Begriff Glaukom stammt aus dem Griechischen (glaukós) und bedeutet „klar“ oder „leuchtend“

Glaukom ist eine der häufigsten Ursachen für den irreversiblen Verlust des Sehens. Beim Glaukom wird der Sehnerv geschädigt, der das Auge mit dem Gerhirn verbindet. Der Hauptrisikofaktor für ein Glaukom ist ein erhöhter Augeninnendruck. ​ Lange Zeit haben Betroffene keine Beschwerden, da der Krankheitsverlauf in der Regel mit „blinden“ Flecken im äußersten Sehfeld beginnt. Das Glaukom ist bereits weit fortgeschritten, wenn der Patient die ersten Beeinträchtigungen wie die Gesichtsfeldausfälle oder die langsame Sehverschlechterung bemerkt. Beim weiteren Fortschreiten der Erkrankung, kann das Glaukom unbehandelt zur Blindheit führen.

Obwohl das Glaukom normalerweise beide Augen betrifft, kann der Grad der Beeinträchtigung unterschiedlich sein. Das bessere Auge kann gegebenenfalls das schlechtere Auge bis zu einem gewissen Grad ausgleichen, wenn dieses beginnt, Bereiche des Sehfelds zu verlieren. Dies kann dann dazu führen, dass die Erkrankung noch später vom Patienten selbst bemerkt wird.

Die wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung eines Glaukoms sind:

  • Erhöhter Augeninnendruck (IOD): In den meisten Fällen erhöht sich der Augeninnendruck, weil das sogenannte Kammerwasser  – eine wässrige Flüssigkeit im Augeninneren, welches Ihre Linse umspült und Hornhaut sowie Linse mit Nährstoffen versorgt – nicht mehr richtig abfließen kann.
  • Der Augeninnendruck kann sich stündlich, täglich oder wöchentlich ändern und hängt von vielen Faktoren  ab. 
  • Alter: Das Glaukomrisiko verdoppelt sich mit jedem Lebensjahrzehnt.
  • Familiäre Belastung: Befinden sich Glaukom-Patienten in der Verwandtschaft, besonders Verwandte ersten Grades (Eltern, Geschwister) ist die Wahrscheinlichkeit, an Glaukom zu erkranken, um das 3-9 fache höher.
  • Myopie (Kurzsichtigkeit): Bei Kurzsichtigkeit (mehr als -3 Dioptrien) ist das Glaukomrisiko 2-3-fach erhöht.
  • Ethnische Abstammung: Bei Menschen mit dunkler Hautfarbe ist das Glaukomrisiko um das 5-6 fache höher als bei Menschen mit heller Hautfarbe.
  • Andere Erkrankungen: Erkrankungen wie Zuckerkrankheit (Diabetes), Arterienverkalkung (Atherosklerose) oder Herz-/Kreislauferkrankungen (niedriger/hoher Blutdruck, Blutdruckschwankungen) können zu einer Verschlechterung der Durchblutung der Augen führen und so zu einer glaukomatösen Schädigung beitragen. 

Der Berufsverband der Augenärzte empfiehlt eine Kontrolle spätestens mit 40 Jahren

  • Im Alter von 40 – 64 Jahren, alle 3 Jahre.
  • Im Alter von über 65 Jahren, alle 1-2 Jahre.

 Folgende Untersuchungen werden zur Diagnosestellung durchgeführt:

  • Messung des Augeninnendrucks-
  • Untersuchung des Augenhintergrundes und des Sehnerven.
  • Messung der Hornhautdicke (Pachymetrie).
  • Untersuchung des Kammerwinkels (Gonioskopie).
  • Gesichtsfelduntersuchung (Peripemtrie).
  • Genaue Vermessung des Sehnerven mittels HRT bzw. Papillen-OCT für die Verlaufskontrolle.

Sollte die Diagnose Glaukom sein, wird in der Regel zunächst eine medikamentöse Behandlung empfohlen. Ist der Augeninnendruck zu hoch ohne dass eine Schädigung des Sehnervenkopfes oder Gesichtsfeldausfälle zu erkennen sind, entscheidet der Augenarzt individuell, ob er eine medikamentöse Behandlung prophylaktisch (vorbeugend) beginnt oder ob die Situation zunächst ohne Behandlung weiter beobachtet wird. Dies hängt unter anderem auch von den bereits erwähnten Risikofaktoren ab.

Das Prinzip der Glaukombehandlung ist eine Senkung des erhöhten Augeninnendrucks. Damit kann die Erkrankung aufgehalten oder zumindest das weitere Voranschreiten verlangsamt werden. Es stehen drei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Medikamentöse Glaukombehandlung
  • Laserbehandlung
  • Operativer Eingriff

Die medikamentöse Glaukombehandlung sollte lebenslang erfolgen. Es gibt Medikamente, die entweder die Menge des Kammerwassers reduzieren (z.B. Betablocker) oder den Abfluss des Kammerwassers erhöhen (z.B. Prostaglandinanaloga). Es ist wichtig, dass Sie die Augentropfen so wie von Ihrem Arzt verordnet anwenden, denn nur dann können diese wirken. Verläuft die medikamentöse Therapie nicht erfolgreich, kommt eine Laserbehandlung oder schließlich eine Operation in Frage. 

Die so genannte Lasertrabekuloplastik (ALTP) und die Selektive (SLT) sind etablierte Methoden, um den Kammerwasserabfluss zu verbessern und den Druck zu senken – zumindest für ein paar Jahre. Der Eingriff unter lokaler Betäubung ist für den Patienten meist schmerzfrei und wird ambulant durchgeführt. 

Ein operativer Eingriff wird erforderlich, wenn trotz der beschriebenen anderen Behandlungsansätze das Glaukom weiter voranschreitet. Eine gängige Methote ist die sogenannte Trabekulektomie. Durch dieses Verfahren wird für das Kammerwasser ein neuer Abfluss in der vorderen Augenkammer geschaffen, um den Augeninnendruck zu senken. 

In über 90% aller Fälle erreicht man mit Medikamenten eine ausreichende Senkung des Augeninnendrucks, daher sind operative Eingriffe selten.

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